Neuigkeiten am IAAEU

 

 

Ankündigungen

Ökonomisches Kolloquium am IAAEU
Am Dienstag, 23.04.2019 (18:00 Uhr, H714, Campus II), findet der nächste Vortrag im Rahmen des ökonomischen Kolloquiums statt, zu dem wir Sie herzlich einladen. Herr Michel Beine von der Universität Luxemburg wird zum Thema "Climate Change Adaptation through Voicing" referieren. Weitere Informationen finden Sie hier.


 

 

Preise, Auszeichnungen & Aktuelle Meldungen

 

Marco de Pinto erhielt Professoren-Urkunde

Das Selbstverständnis des IAAEU ist, interdisziplinär ausgerichtete, gesellschaftlich relevante Forschung zu betreiben und den Beschäftigten hierdurch hervorragende Bedingungen für die weiteren beruflichen Schritte zu eröffnen. Ein Erfolgsindikator für die Nachwuchsförderung sind die Positionen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IAAEU im Anschluss an ihre Tätigkeit in Trier übernehmen. Der entsprechenden, auch in den Jahresberichten des Instituts dokumentierten Erfolgsgeschichte, kann nun ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden. Seit dem 27.02.2019 ist Marco de Pinto Professor für Volkswirtschaftslehre an der IUBH Internationale Hochschule. Dieser Karriereschritt wurde unter anderem durch die vom IAAEU geforderten und geförderten Forschungs- und Lehraktivitäten ermöglicht. In der Forschung befasste sich Prof. Dr. Marco de Pinto mit Aspekten der Arbeitsmarktökonomik und des Internationalen Handels sowie der Verbindung beider Themengebiete. Herr de Pinto hat eben zu dieser Schnittstelle gemeinsam mit Kollegen des ZEW, der Universität Münster und der Aix-Marseille School of Economics erfolgreich Drittmittel eingeworben. Darüber hinaus gab es zahlreiche Kooperationen mit Forscherinnen und Forschern, z. B. des IAAEUs sowie der Universitäten Kassel, Konstanz und Münster. Diese resultierten in einer Vielzahl von Projekten und Veröffentlichungen. Als erfolgreichste Arbeit ist das im Scandinavian Journal of Economics veröffentlichte Papier „The Impact of Unionization Structures with Heterogeneous Firms and Rent-Sharing Motives“ zu nennen. Herr de Pinto hat außerdem zahlreiche Lehrveranstaltungen durchgeführt, wie z.B. Personalökonomik (Bachelor) und Arbeitskontrakte (Master), die stets sehr gut von den Studierenden evaluiert wurden. Eine Besonderheit gibt es im Fall von Prof. Dr. Marco de Pinto: Um das oben erwähnte Drittmittelprojekt abzuschließen, bleibt er dem IAAEU noch eine Weile erhalten und wird daher weiter zum Forschungsoutput des Instituts beitragen. Beide Seiten freuen sich, die erfolgreiche Zusammenarbeit fortzusetzen.


Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schlachter als Mitherausgeberin eines Buches über Arbeitsvölkerrecht

Gemeinschaftsrechtliche Regelungen zum kollektiven Arbeitsrecht beschränken sich überwiegend auf die Etablierung von Informations- und Konsultationsrechten von Arbeitnehmervertretungen in Unternehmen und Konzernen. Tarif- und Arbeitskampfrecht blieben lange weitgehend unbeeinflusst, schon wegen der immer noch nicht geklärten Kompetenzabgrenzung zwischen Gemeinschaft und Mitgliedstaaten auf diesem Gebiet. Mit Inkrafttreten der Grundrechtecharta ist in der Union ein Grundrecht auf Koalitionsbildung und -betätigung anerkannt.  Durch die Bezugnahme der Charta auf die Instrumente des Europarats (Menschenrechtskonvention und Sozialcharta) wird ein stärkerer Einfluss des internationalen Arbeitsrechts auf die unionale Rechtsordnung möglich. Damit bietet sich eine systematische Erörterung des Verhältnisses des Unionsrechts zum Arbeitsvölkerrecht an, begleitet von einer Diskussion der Einflüsse dieser Rechtsquellen auf das nationale Recht. Neben Einzelveröffentlichungen zum Thema ist eine erste umfassende systematische Darstellung des Arbeitsvölkerrechts 2019 im Verlag Mohr Siebeck erschienen: Heuschmid/ Schlachter/ Ulber (Hrsg.), Arbeitsvölkerrecht, Mohr Siebeck, Tübingen 2019.


Gastwissenschaftler Dr. Clemens Buchen 

Vom 12. bis 15. März 2019 war Dr. Clemens Buchen wieder Gastwissenschaftler am IAAEU. Er ist Post-Doc-Forscher am Lehrstuhl für Management und Wirtschaft der EBS Universität. Dr. Clemens Buchen arbeitete mit Dr. Alberto Palermo zusammen, um an ihrem Modell des gemeinsamen Papers weiterzuarbeiten, welches die Auswirkungen von zusammenhängenden Anreizen auf die Ergebnisse der Teamproduktion in Unternehmen untersucht.


Fachworkshop des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales mit IAAEU-Beteiligung

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) führt im Rahmen des Zukunftsdialogs „Neue Arbeit – Neue Sicherheit" eine Reihe von Veranstaltungen durch, die sich der Zukunft der Arbeit und des Sozialstaats widmen. Zu den Themen des Zukunftsdialog gehört unter anderem die soziale Situation (Solo-) Selbstständiger. Am 7. März 2019 fand dazu im BMAS in Berlin ein Fachworkshop zum Thema „Verbesserung der Erwerbsbedingungen von (Solo-) Selbstständigen" statt, bei dem Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verbänden und dem BMAS über Möglichkeiten diskutierten, um die Erwerbsbedingungen, insbesondere die Einkommenssituation, von (Solo-) Selbstständigen zu verbessern. Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schlachter, die das BMAS bereits bei der Vorbereitung des Workshops wissenschaftlich beraten hatte, führte als Moderatorin durch die Veranstaltung. Neben einer Ausweitung des arbeitsrechtlichen Schutzes auf bestimmte Selbstständige und einer Weiterentwicklung des Schutzes für Heimarbeiter und arbeitnehmerähnliche Personen wurde vor allem über tarifvertragliche Gestaltungsmöglichkeiten für Selbstständige und deren Verbände beraten. Dr. Thomas Klein, Akademische Rat am IAAEU, referierte über mögliche vergaberechtliche Gestaltungsoptionen zur Verbesserung der Einkommensbedingungen und schlug die Festsetzung branchenspezifischer Mindestvergütungssätze vor. Regelungsvorbilder hierfür gibt es nach seiner Einschätzung im Arbeitsnehmerentsenderecht sowie in dem inzwischen außer Kraft getretenen Mindestarbeitsbedingungengesetz. Darüber hinaus sprach sich Dr. Thomas Klein mit Blick auf die wachsende Bedeutung von selbstständiger Erwerbsarbeit über Online-Plattformen (Crowdwork, Gigwork, etc.) dafür aus, über eine Haftung der Plattformbetreiber in Bezug auf die Erfüllung der Vergütungsansprüche der Selbstständigen nachzudenken. Auch hier könne das Arbeitnehmerentsenderecht als Regelungsvorbild dienen.

 

Für die Teilnehmenden des IAAEU, Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schlachter, Dr. Thomas Klein und Dominik Leist, lieferte der Fachworkshop interessante Forschungsansätze für das aktuelle DFG-Forschungsprojekt „Crowdsourcing als neue Form der Arbeitsorganisation", das sich mit der rechtlichen Stellung von Crowdworkern beschäftigt, die überwiegend auch selbstständig tätig sind.


Aktuelle Untersuchung zur Änderung der europäischen Entsenderichtlinie veröffentlicht

In einem in der Zeitschrift Soziales Recht (SR) veröffentlichten Beitrag (Jg. 2019, Ausgabe 1, S. 21 – 36) haben Dr. Thomas Klein und Alexander Schneider, beide wissenschaftliche Mitarbeiter der juristischen Arbeitsgruppe des IAAEU, die Änderung der unionsrechtlichen Entsenderichtlinie (Richtlinie 71/96/EG) durch die im Sommer 2018 in Kraft getretene Richtlinie 2018/957/EU sowie die sich daraus ergebenden Rechtsfragen grundlegend untersucht. Thematisiert werden in der Abhandlung insbesondere die Erweiterung des Katalogs der zu erstreckenden Arbeitsbedingungen, die branchenunabhängige Erstreckung allgemeinverbindlicher Tarifverträge und die Erstreckung allgemein wirksamer sowie repräsentativer Tarifverträge. Zudem werden die neuen Regelungen zur grenzüberschreitenden Leiharbeit, die weitere Annäherung der Beschäftigungsbedingungen nach einjähriger Entsendungsdauer sowie die im Zusammenhang der Entsendung relevanten Vorschläge zur Revision der Koordinierungsregelungen im Sozialrecht (= Verordnung (EG) 883/2004 und Verordnung (EG) 987/2009) eingehend beleuchtet. Klein und Schneider sind der Auffassung, dass die einzelnen Änderungen in der Sache nur zum Teil wirkliche Neuerungen mit sich bringen; andere Regelungen bestätigten dagegen lediglich die Rechtslage, von der der EuGH bereits auf Grundlage der alten Richtlinie ausgegangen war. Von einer Gleichbehandlung im Sinne „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“ sei die Entsenderichtlinie nach Inkrafttreten der Richtlinie 2018/957/EU nach wie vor weit entfernt. Diesbezüglich hätten zwar die Änderung des Entgeltbegriffes und die Möglichkeit zur Erstreckung nicht allgemeinverbindlicher Tarifverträge Verbesserungen gebracht. Dieser vom Unionsgesetzgeber eingeschlagene Weg zur Verbesserung des Schutzes entsandter Arbeitnehmer sei auch begrüßenswert. Für eine tatsächliche Gleichbehandlung von Arbeitnehmern und Ortskräften bedürfe es jedoch weiterer Anstrengungen. Einen Beitrag hierzu könne neben dem Gesetzgeber vor allem der EuGH leisten, indem er der Arbeitnehmerfreizügigkeit in seiner Rechtsprechung zu Entsendefällen mehr Bedeutung beimesse und sie in der Abwägung mit Beeinträchtigungen der Dienstleistungsfreiheit höher gewichte.

 

Die Abhandlung, die sich inhaltlich auf die unionsrechtliche Ebene beschränkt, wird durch einen zweiten Beitrag der Autoren ergänzt, der sich mit der Umsetzung der besagten Änderungen in das deutsche Recht befasst und in Ausgabe 2/2019 der Zeitschrift Soziales Recht veröffentlicht wird.


Vortrag "Tarifverträge für Soloselbständige"

Mit einem weiteren spannenden Vortrag für Studierende, MitarbeiterInnen und Interessierte startete das IAAEU ins Jahr 2019. RA Antonius Allgaier (Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt) referierte am 16.1.2019 zum Thema "Tarifverträge für Soloselbständige". Dabei stellte er anschaulich dar, welche Schwierigkeiten die zunehmende Anzahl Soloselbständiger im Baugewerbe mit sich bringen. Besonders ging er auf die Problematik der Ausbildungskostenumlage und das hierzu ergangene BAG-Urteil vom 1. August 2017 ein. Der Vortrag endete wie üblich mit einer Diskussionsrunde, in der noch offene Fragen beantwortet wurden.

 

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Impressionen des Vortrags


Wahrnehmung der Vielfalt im Wandel

Vielfalt gänzlich zu verstehen ist ebenso herausfordernd, wie dessen Grenzen zu verstehen. Nachdem Forschungsergebnisse von Alice Wu einige schockierende Einblicke ans Licht brachten, reagierten US-amerikanische Ökonomen mit unterschiedlichen Vorgehen. Zunächst einmal veröffentlichte die AEA eine Umfrage bezüglich des Arbeitsklimas unter ihren Mitgliedern, um die Verbreitung von unangemessenen Verhaltensweisen zu erforschen und herauszufinden, was genau diese als unangemessen definieren. Des Weiteren hat die AEA das Internetforum EconSpark eröffnet, um Aufmerksamkeit und Nutzungsintensität von EconJobMarketRumors abzulenken, da EconSpark im Gegensatz zu EJMR ein sicheres und ermutigendes Umfeld durch Transparenz kreiert. Ungeachtet dieser Maßnahmen waren die Treffen der AEA 2019 in Atlanta äußerst reich an Forschung, die die Wurzeln der Diskriminierung und die Barrieren der Vielfalt analysierte. Die vorgestellten Publikationen dieser Forschungsagenda komplementierten die allgemeinhin vorhandenen Thematiken der Makroökonomie, Mikroökonomie, Wirtschaftstheorie, Ökonometrie und die stets dringliche Unsicherheit über das Schicksal der US-amerikanischen Wirtschaft. Die Diskussionen umfassten nicht nur direkte empirische und experimentale Beweise bezüglich Diskriminierung und Vielfalt: in einigen Zusammenkommen diskutierten die führenden Köpfe der Wirtschaftswissenschaften, wie der Berufsstand stimulierende sowie entmutigende Feindseligkeit während Seminaren, den extremen Wettbewerbsgedanken und andere indirekte Mechanismen beseitigen kann, die Frauen und andere Minderheiten von der Ökonomie abhalten.

 

Unser Vortrag befasste sich mit den Mechanismen hinter der Geschlechtervielfalt im Vorstand und Aufsichtsrat von kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Es ist bekannt, dass Börsenunternehmen mit Frauen im Aufsichtsrat eine höhere Vielfalt erlangen wenn die Mitglieder des Vorstands gewählt werden. Unsere Studie zeigt, dass dieser Mechanismus nur bei Börsenunternehmen greift: die Firmen, die nicht unter öffentlicher Prüfung durch die Aktionäre stehen, haben viel weniger Frauen im Aufsichtsrat und viel mehr Frauen im Vorstand, ceteris paribus.


"Arbeiten auf Plattformen – Gewerkschaftliche Perspektiven und Gestaltungsmöglichkeiten"

Anlässlich der zunehmenden Bedeutung plattformbasierter Arbeit und den hiermit verbundenen Herausforderungen fand am 06.12.2018 in Berlin die Fachtagung "Arbeiten auf Plattformen" statt. Auf der von ver.di und der IG Metall organisierten Veranstaltung diskutierten Betriebs- und Personalräte mit Vertreter*innen aus Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik über die Erfahrungen mit plattformbasierter Arbeit und den bestehenden Handlungsbedarf. Das IAAEU war hierbei durch Dr. Thomas Klein und Dominik Leist vertreten. Dominik Leist stellte im Rahmen einer sog. "Poster-Session" einen Ausschnitt aus seinem Dissertationsprojekt zu Möglichkeiten einer kollektiven Interessenartikulation von Plattformbeschäftigten vor.

 

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Dr. Thomas Klein (links) und Domik Leist
Copyright Foto: Christian Jungeblodt


Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schlachter moderiert Fachworkshop des BMAS zum Thema "Sozialer Schutz für Selbstständige - Entwicklung neuer Kriterien für den Zugang"

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat im Rahmen des Zukunftsdialogs "Neue Arbeit – Neue Sicherheit" am 29.11.2018 in Berlin in den Räumen des Ministeriums einen Fachworkshop zum Thema "Sozialer Schutz für Selbstständige – Entwicklung neuer Kriterien für den Zugang" ausgerichtet. Das Thema hat vor dem Hintergrund eines deutlichen Anstiegs selbstständiger und vor allem solo-selbstständiger Erwerbstätigkeit und der zu beobachtenden mangelhaften sozialen Absicherung zahlreicher Selbstständiger in der politischen Diskussion an Bedeutung gewonnen. An dem von Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schlachter moderierten Fachworkshop nahmen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis aus dem In- und Ausland teil. Diskutiert wurde zum einen darüber, wie die Planungs- und Rechtssicherheit für die Praxis erhöht werden kann. Zum anderen wurden Modelle zur Einbeziehung der Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung erörtert. Neben Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schlachter nahm auch Dr. Thomas Klein an dem Workshop teil.


Gastwissenschaftler Dr. Clemens Buchen

Vom 26. bis 29. November 2018 war Dr. Clemens Buchen Gastwissenschaftler am IAAEU. Er ist Post-Doc-Forscher am Lehrstuhl für Management und Wirtschaft der EBS Universität. Dr. Clemens Buchen entwickelte zusammen mit Dr. Alberto Palermo ein Modell, das in der Lage ist, die Auswirkungen von wechselseitigen Anreizen auf die Ergebnisse der Teamproduktion in Unternehmen zu verdeutlichen.


Weiter, schneller, schlauer

So wie die antiken Olympioniken Trophäen von ihren Wettkämpfen sammelten, nutzten die Ökonomen des IAAEU den Sommer, um sich Verdienstabzeichen bei zahlreichen Konferenzen zu verdienen: wir waren bei 29 Veranstaltungen, von denen der größte Teil international und weithin anerkannt war. Innerhalb dieser Veranstaltungen haben wir 19 unterschiedliche Studien präsentiert.
Das erste Verdienstabzeichen wurde für herausragendes Networking verliehen. Sven Hartmann trug seine Forschung zum Thema Fremdenfeindlichkeit in die Welt hinaus, was umso relevanter war im Hinblick auf das steigende mediale Interesse an diesem Thema. Gabriel Schultze interagierte mit Spezialisten für SOEP-Daten. Das gesamte Team förderte zukünftige Kooperationsmöglichkeiten und lud externe Forscher dazu ein, ihre Arbeiten im Rahmen unseres Forschungskolloquiums zu präsentieren. Vor allem Alberto Palermo konnte viele Forscher überzeugen, in naher Zukunft nach Trier zu kommen.

Das zweite Verdienstabzeichen wurde für die umfangreiche Vertiefung mit den eigenen Forschungsgebieten verliehen. Konstantin Homolka hatte das Vergnügen, sich mit Martin Dufwenberg auszutauschen, um seine Forschung bezüglich Betrugsverhalten voranzutreiben. Des Weiteren diskutierte Sven Hartmann über den Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Fremdenfeindlichkeit mit Simon Gaechter.
Das dritte Verdienstabzeichen wurde für das Erweitern unseres Horizonts verliehen. Jede einzelne Veranstaltung hatte ein unterschiedliches Publikum – von der Theorie und industriellen Organisation (z.B. EARIE) über Institutionenökonomik (z.B. SIOE), Personalökonomie (z.B. WK Personalworkshop) und Arbeitsmarkttheorie (z.B. EALE) bis hin zu Veranstaltungen, die sich mit allen Teilgebieten der Ökonomie befassen (z.B. EEA). Weiterhin besuchten wir Workshops zu spezielleren Themen (z.B. Verhaltensökonomie und experimentelle Ökonomie, Unternehmensverwaltung). Wenn man eine Präsentation vor solch einem vielfältigen Publikum vorträgt, erhält man zwangsweise weit gefasste und inspirierende Kommentare, selbst wenn diese außerhalb des aktuellen Forschungsbereichs liegen. Beispielsweise erhielt Alberto Palermo bezüglich seiner Arbeit über Familienunternehmen Rückmeldungen von Theoretikern, empirisch arbeitenden Personalwissenschaftlern und Arbeitsmarktökonomen. Laszlo Goerke diskutierte seine Arbeit über Imperfektionen des Gütermarkts und die optimale Ausgestaltung des Arbeitsmarkts sowohl mit allgemein interessierten Teilnehmern als auch mit einem spezialisierten Publikum.
Das vierte Verdienstabzeichen wurde für das Erlernen neuer Fähigkeiten und Sinnzusammenhänge verliehen. Joanna Tyrowicz war besonders angetan von dem Keynote-Vortrag von Sascha O. Becker, der zum Thema erzwungener Migration referierte. Jonas Feld und Konstantin Homolka wussten die Hinweise für junge Wissenschaftler zu schätzen, die das Entwickeln von Forschungsprojekten, Networking und und den Präsentationsstil adressierten. Das Präsentieren vor einem großen Publikum, wie es bei Sven Hartmann während seines EEA-Vortrags über Fremdenfeindlichkeit der Fall war, ist ebenfalls eine Fertigkeit, dessen Verfeinerung sicherlich Früchte tragen wird.

Betrachtet man die Vielfältigkeit dieser Eindrücke, ist es kein Wunder, dass nicht einmal Verletzungen uns davon abhielten, tausende Kilometer zu reisen, um all diese zu erleben. Wir freuen uns auf die Sommer, die noch vor uns liegen!


Vortrag: "Die Rolle neuer Intermediäre bei der Aushandlung der Arbeitsbedingungen von Solo-Selbständigen"

Am Mittwoch, den 14.11.2018, stellte Jun.-Prof. Dr. Caroline Ruiner ihre aktuelle Forschung in einem Gastvortrag zum Thema "Die Rolle neuer Intermediäre bei der Aushandlung der Arbeitsbedingungen von Solo-Selbständigen" vor. Bezugnehmend auf die Ergebnisse des Forschungsprojekts "Kollektive Individualisierung – individuelle Kollektivierung?" führte sie aus, welche Rolle neue Intermediäre, wie z.B. Agenturen und Genossenschaften, bei der Aushandlung der Arbeitsbedingungen von hochqualifizierten Solo-Selbständigen spielen. Anhand von drei exemplarisch ausgewählten Berufsgruppen beleuchtete sie dabei, welche Aspekte der Arbeitsbeziehung in welcher Häufigkeit von diesen Intermediären ausgehandelt werden. Schließlich ging sie darauf ein, welche Auswirkungen diese Entwicklung auf den Arbeitsmarkt und auch auf die Arbeitsbedingungen unselbständig Beschäftigter haben kann. Mit einer anschließenden Diskussion wurde der spannende und anschauliche Vortrag abgerundet.

 

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Impressionen des Vortrags


Dr. Benjamin Schwanebeck zu Gast am IAAEU

Vom 12.-15.11.2018 war Dr. Benjamin Schwanebeck als Gastforscher am IAAEU aktiv. Er ist Post-Doc am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insb. Internationale Ökonomie, an der Fernuniversität Hagen. Gemeinsam mit Herr Dr. Marco de Pinto arbeitete Herr Schwanebeck an der Entwicklung eines neuen Forschungsprojektes. Bei diesem sollen vor allem die makroökonomischen Konsequenzen von Arbeitsmarktunvollkommenheiten unter expliziter Berücksichtigung von verschiedenen Finanzrestriktionen im Zusammenspiel mit heterogenen Firmen analysiert werden.


Internationaler Workshop "Team Dynamics and Peer Effects" am 9. und 10. November 2018

Am 9. und 10. November 2018 richtete die ökonomische Arbeitsgruppe des IAAEU in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Personalökonomik der Universität Trier einen Workshop zum Thema "team dynamics and peer effects" aus. Im Vordergrund des Workshops standen Fragestellungen zum Verhalten und Entscheidungen in Teams. Des Weiteren wurden Untersuchungen präsentiert, die der Frage nachgehen, inwiefern sich die Leistung von Arbeitenden verändert, wenn Arbeitsprozesse nicht isoliert, sondern in der Anwesenheit anderer erbracht werden. Anknüpfend an die Beeinflussung der eigene Leistung durch andere im Teamkontext gehen Julia Müller (Universität Münster) und ihr Koautor dem klassischen Messproblem von der Leistung des Einzelnen im Team nach. Christian Grund (RWTH Aachen University) präsentierte ein Forschungsprojekt, in welchem mithilfe neuester virtueller Technik die Produktivität realer Probanden beeinflusst wird, die im Wettbewerb mit digitalen Avataren stehen. Seine beiden Koautoren und er konnten zeigen, dass die bloße Anwesenheit eines Avatars bereits die Produktivität erhöht und andere Faktoren vernachlässigbare Effekte haben. Im Anschluss an eine Vielzahl weiterer spannender Vorträge folgte ein Abendprogramm, welches direkt an die Thematik moderner Arbeitsentwicklungen anschloss: Im »»generator 2018 führte Andrea Diederichs durch eine Ausstellung zum Thema "Marx und digitaler Kapitalismus". Bei diesem Rundgang hatten die Teilnehmenden nochmals die Möglichkeit, die vorgestellten Forschungsprojekte mit künstlerischem Input zu reflektieren.
Insgesamt präsentierten während des Workshops 11 Forscherinnen und Forscher ihre Arbeiten. Das IAAEU und die Universität Trier waren hierbei durch zwei Arbeiten vertreten. Wir freuen uns für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops ein weiteres Mal ein Ort des wissenschaftlichen Austauschs und der Begegnung gewesen zu sein. Zudem danken wir besonders der Universität Trier für die Unterstützung des Workshops mithilfe Gelder der inneruniversitären Forschungsförderung. Weitere Informationen zum Workshop finden Sie hier.

 

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Impressionen des Workshops


Forscher des IAAEU zu Gast bei Arbeitsmarktkonferenz der luxemburgischen Zentralbank

Die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter der ökonomischen Arbeitsgruppe Jonas Feld und Gabriel Schultze nahmen am 25. und 26. Oktober 2018 am Labour Market Workshop in der luxemburgischen Zentralbank teil. Der Workshop hatte zum Ziel, den Austausch zwischen empirisch forschenden Arbeitsmarktökonomen in Luxemburg und seinen Nachbarländern zu fördern. Jonas Feld referierte auf der Konferenz über den Effekt nationaler Mindestlöhne auf die innereuropäische Arbeitskräftemigration und zeigte auf, dass Arbeitsmigranten Regionen steigender Mindestlöhne meiden. Gabriel Schultze präsentierte ein Forschungsprojekt über den Zusammenhang zwischen Gewerkschaftsmitgliedschaft und Überstunden. Die Studie zeigt, dass Gewerkschaftsmitglieder in Deutschland etwa eine Dreiviertelstunde weniger Überstunden pro Woche leisten. Neben dem Wiedersehen vieler bekannter Gesichter aus dem Forschungsnetzwerk der Großregion, konnten auch neue Kontakte zu internationalen Forscherinnen und Forschern geknüpft werden. Bei Interesse an den Forschungsprojekten können Sie die Mitarbeiter gerne kontaktieren.


Urteil zum Beamtenstreikverbot

Mit Urteil vom 12. Juni 2018 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass Beamtinnen und Beamten in Deutschland kein Streikrecht zusteht. Dr. Thomas Klein (Akademischer Rat am IAAEU) hat sich mit dieser Entscheidung eingehend auseinandergesetzt und kommt zu dem Ergebnis, dass die Begründung des Gerichts wesentliche Aspekte ausblendet bzw. unzureichend gewichtet. Insbesondere der verfassungsrechtlich garantierten Koalitionsfreiheit der Beamtinnen und Beamten werde ein zu geringes Gewicht beigemessen. Kritikwürdig sei auch die Interpretation der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Eine Beschwerde vor dem Straßburger Gerichtshof habe daher durchaus Aussicht auf Erfolg. Die Entscheidungsbesprechung von Dr. Thomas Klein wurde in Heft 10/2018 der Zeitschrift Arbeit und Recht (AuR 2018, 479-484) veröffentlicht.


The Future of Labour Law

Am 19. September 2018 fand in Miskolc, Ungarn, eine Konferenz zum Thema "Future of the Labour Law" statt. Nach der Eröffnung durch den ungarischen Finanzminister referierten namhafte Wissenschaftler und Gewerkschaftsvertreter aus Deutschland, Österreich und Ungarn. Die Konferenz wurde von der Universität Miskolc organisiert und vom ungarischen Finanzministerium sowie von der Europäischen Union unterstützt. Frau Schlachter hielt einen Vortrag mit dem Thema: "Bargaining collectively for self-employed service providers – EU-law under the influence of international law".

 

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Prof. Monika Schlachter als Referentin


Neue Monographie von Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schlachter

Als Ergebnis des seit 2016 am IAAEU laufenden rechtsvergleichenden Projektes zu "strikes in essential services" ist soeben eine Monographie erschienen: M. Mironi/ M. Schlachter: Regulating strikes in essential services – a comparative "law in action" perspective, Wolters Kluwer 2018. Der Band enthält 14 Länderberichte zum Arbeitskampfrecht in unterschiedlichen Rechtssystemen, den gemeinsame Rechtsrahmen des Arbeitsvölkerrechts sowie ein rechtvergleichendes Schlusskapitel, und stellt damit den Ertrag des von der German-Israeli-Foundation (GIF) finanziell geförderten rechtsvergleichenden Projekts der Öffentlichkeit vor. Nähere Informationen sowie die Gliederung des Werkes finden Sie hier.


Arbeitsmarkteffekte von Gewerkschaften – zur Rolle einer ungleich verteilten Gewerkschaftsmacht

IAAEU-Ökonom Dr. Marco de Pinto und Prof. Dr. Jochen Michaelis von der Universität Kassel haben in einer kürzlich in der Zeitschrift Economic Modelling veröffentlichten Studie die Arbeitsmarkteffekte von Gewerkschaften (neuerlich) analysiert. In ihrem theoretischen Modell nehmen die Autoren die empirisch validierte Beobachtung auf, dass die Verhandlungsmacht einer Firmengewerkschaft maßgeblich von der Produktivität der Unternehmen abhängig ist. In Folge dessen können die Autoren zeigen, dass eine allgemeine Verbesserung der gewerkschaftlichen Verhandlungsposition, z.B. durch die Stärkung des Streikrechts, die Arbeitslosigkeit zwar erhöht, der Anstieg aber geringer ausfällt als im Referenzfall mit einheitlicher Verhandlungsmacht in allen Firmen. Die Heterogenität der Verhandlungsmacht senkt also ceteris paribus die Arbeitslosigkeit. Außerdem diskutieren die Autoren die Arbeitsmarkteffekte einer Handelsliberalisierung. Sind Gewerkschaften in produktiven Unternehmen besonders stark (schwach), so steigert (mindert) eine Handelsliberalisierung die Arbeitslosigkeit.


Neue Studie zu den Beschäftigungswirkungen von Tarifverträgen

In angelsächsischen Ländern ist das Beschäftigungswachstum in Firmen, in denen Gewerkschaften über Löhne und Arbeitsbedingungen verhandeln, deutlich niedriger als in Unternehmen ohne kollektive Lohnverhandlungen. Da Tarifverhandlungen in diesen Ländern eher auf Betriebsebene stattfinden, lassen sich die Resultate der entsprechenden Studien allerdings nicht uneingeschränkt auf andere Staaten übertragen. Laszlo Goerke (Trier) und Tobias Brändle (Tübingen) haben nun untersucht, ob sich ein Zusammenhang zwischen Tarifbindung und Beschäftigung auch für Deutschland feststellen lässt. Hier werden die Löhne für rund 50% der Beschäftigten durch Branchentarifverträge und für weitere 10% durch Firmenvereinbarungen bestimmt. Folglich wären die Konsequenzen des in England und den USA beobachteten Zusammenhangs für die gesamtwirtschaftliche Beschäftigung in Deutschland deutlich höher als in Ländern mit geringerer Tarifbindung.
In ihrer soeben im Scottish Journal of Political Economy veröffentlichten Studie zeigen die Autoren, dass das Beschäftigungswachstum in Firmen mit Tarifvertrag auch in Deutschland geringer ist als in Firmen ohne Kollektivverhandlungen. Jedoch ist der Effekt erheblich weniger ausgeprägt. Zudem finden sich keine Unterschiede zwischen Branchen- und Firmentarifverträgen. Weiterhin untersuchen die Autoren, ob die Tarifbindung ursächlich für das geringere Beschäftigungswachstum ist. Auch wenn Laszlo Goerke und Tobias Brändle die Frage letztlich nicht beantworten können, deuten ihre Resultate darauf hin, dass Tarifverträge nicht der Grund für die unterschiedliche Entwicklung sind. Vielmehr scheinen Unternehmen, in denen die Anzahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weniger stark zunimmt, eher tarifvertraglich gebunden sind als Unternehmen mit höherem Beschäftigungswachstum. Die Studie liefert also keine Belege dafür, dass die abnehmende Tarifbindung in Deutschland mit ursächlich für die momentan sehr gute Beschäftigungsentwicklung ist. Die Studie ist auch als IAAEU Discussion Paper 01/15 erschienen.


Wie viele Arbeitstage am Stück erlaubt das Unionsrecht?
Die Arbeitszeitrichtlinie sieht in Art. 5 eine grundsätzliche Mindestruhezeit von 24 Stunden "pro Siebentageszeitraum" vor, die zusätzlich zur täglichen Ruhezeit zu gewähren ist. In der Rechtssache C- 306/16 ("Maio Marques da Rosa / Varzim Sol - Turismo, Jogo e Animação, SA") hatte sich der EuGH nun erstmals mit dieser Regelung zu befassen. Der Gerichtshof verstand die Regelung dergestalt, dass die wöchentliche Ruhezeit nicht zwingend nach sechs aufeinanderfolgenden Arbeitstagen zu gewähren sei, und hält damit im Ergebnis auch abseits der in der Richtlinie vorgesehenen Ausnahmebereiche eine Aneinanderreihung von bis zu 12 Arbeitstagen für unionsrechtskonform. Dieser Auslegung widerspricht Dominik Leist in einer aktuellen Studie und vertritt dabei die Ansicht, dass der EuGH die gesundheitspolitische Dimension des Arbeitszeitrechts nicht angemessen würdigte. Auch habe der EuGH die sich stellenden Rechtsfragen nur partiell betrachtet und insbesondere die gebotene nähere Konkretisierung des Begriffes der "Siebentageszeiträume" im Hinblick auf deren Festlegung und die hierfür maßgebliche Betrachtungsweise unterlassen. Der Beitrag ist in der Zeitschrift für europäisches Sozial- und Arbeitsrecht (ZESAR), Ausgabe 08/2018, S. 338-341 erschienen.


Die Wie-Beschäftigung im Lichte einer sich wandelnden Arbeitswelt
In einem Beitrag für die Neue Zeitschrift für Sozialrecht (NZS) untersuchen Alexander Schneider (Wiss. Mit. IAAEU) und Dr. Thomas Spitzlei (Akad. Rat und Habilitand am Lehrstuhl Prof. Dr. Timo Hebeler, Universität Trier) die in § 2 Abs. 2 S. 1 SGB VII geregelte unfallversicherungsrechtliche Wie-Beschäftigung im Lichte einer sich wandelnden Arbeitswelt. Die Wie-Beschäftigung unterliegt vier Voraussetzungen, die durch das BSG schon im Jahre 1957 herausgearbeitet wurden: Es muss sich bei der in Rede stehenden Tätigkeit (1.) um eine ernstliche, einem fremden Unternehmen dienende Tätigkeit handeln, die (2.) dem wirklichen oder mutmaßlichen Willen des Unternehmers entspricht, die (3.) sonst von Personen verrichtet wird, die zum Unternehmer in persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit stehen, wobei (4.) die Tätigkeit unter Umständen zu erfolgen hat, die denen eines Beschäftigungsverhältnisses ähnlich sind. Die vierte Voraussetzung verlangt im Hinblick auf die zum Unfall führende Tätigkeit eine dem allgemeinen Arbeitsmarkt zugängliche Beschäftigung. Die Autoren legen dar, warum das Abstellen auf den "allgemeinen Arbeitsmarkt" als Voraussetzung des § 2 Abs. 2 S. 1 SGB VII in einer modernisierten Arbeitswelt nicht mehr zielführend ist. Unter Auswertung neuerer Judikate zum sog. "Dog-Sitting" sowie zu den Reittier-Fällen werden argumentative Widersprüche in der Rechtsprechung aufgezeigt. Zudem werden rechtsstaatliche Bedenken gegen diese Spruchpraxis geäußert. Die Verfasser sind letztlich der Auffassung, dass das vierte Kriterium aufgrund einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt zukünftig von der Rechtsprechung aufgegeben werden sollte. Der Aufsatz (NZS 2018, 633 – 638) ist ebenfalls über beck-online abrufbar.


Forschungskooperation mit Dr. Ulrich Zierahn
Vom 23.-25.07.2018 war Dr. Ulrich Zierahn als Gastwissenschaftlicher am IAAEU aktiv. Er ist als Senior Researcher am ZEW beschäftigt. Während seines Aufenthalts arbeitete Herr Zierahn zusammen mit Dr. Marco de Pinto am gemeinsamen Drittmittelprojekt "Local labour markets – The causes and consequences of spatial differences in labour market outcomes across cities in France and Germany". Hier untersuchen die Forscher die durch zunehmende internationale Verflechtungen bedingte Reallokation der Arbeitskräfte.


Arbeitsrechtliches Praktikerseminar 2018
Am 19.-20.07.2018 fand das diesjährige arbeitsrechtliche Praktikerseminar unter Leitung von Prof. Dr. Dr. h. c. Monika Schlachter am Bundessozialgericht in Kassel statt. Eröffnet wurde das Seminar durch den Referenten RA Rolf-Christian Otto, der sich in seinem Vortrag mit der "Vergütung von Betriebsratsmitgliedern" auseinandersetzte. Anschließend befasste sich Dr. Thomas Klein mit den im Koalitionsvertrag geplanten Neuregelungen des Befristungsrechts, überprüfte sie auf ihre Verfassungsmäßigkeit und stellte einen eigenen Vorschlag zur Umsetzung der Änderungen vor. Abgeschlossen wurde das Seminar von Dominik Leist mit einem Vortrag zum Thema "Kollektivverträge für Plattformbeschäftigte", in dem verfassungsrechtliche und einfachgesetzliche Regelungen zur kollektiven Vereinigung von Crowdworkern dargestellt und die Anwendung europäischer und nationaler Kartellverbote diskutiert wurden.


Projekt-Workshop "Crowdsourcing als neue Form der Arbeitsorganisation"
Am Donnerstag, den 12.07.2018, veranstaltete das IAAEU gemeinsam mit MitarbeiterInnen der Universität Bremen den Projekt-Workshop "Crowdsourcing als neue Form der Arbeitsorganisation" im Max-Weber-Raum des Institutes. Ziel des Workshops war die interdisziplinäre Auseinandersetzung und gemeinsame Diskussion aktueller Fragestellungen zum Crowdsourcing aus juristischer und ökonomischer Perspektive. Eröffnet wurde der Workshop von Dr. Thomas Klein mit dem Vortrag "Einführung der rechtliche Problemstellung - Mindestentgelt für Crowdworker de lege ferenda?". Hierbei stellte Dr. Thomas Klein zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen und Ausgestaltungsmodelle der Vertragsbeziehungen von Crowdworker dar um in einem zweiten Schritt die Frage aufzuwerfen, ob bestehenden gesetzlichen Regelungen ein Mindestentgelt für den Crowdworker begründen können. Anschließend beschäftigte sich Lisa Nagel mit der Frage "Does Group Identification Effect the Performance of Crowdworkers?", wobei sie untersuchte inwieweit eine Identifikation des Crowdworkers mit der Plattform die Arbeitsleistung beeinflussen kann. Katrin Treppschuh arbeitete in ihrem Vortrag "Arbeitsrechtliche Einordnung von Crowdworkern in der US-amerikanischen und britischen Rechtsprechung" anhand vier verschiedener britischer und US-amerikanischer Urteile heraus, welche rechtliche Stellung der Crowdworker in den jeweiligen Rechtssystemen einnimmt. Den ersten Teil des Workshops schloss Eliza Stenzhorn mit dem Vortrag "How does Platform Design and Competition Affect the Welfare Distribution among Crowdworkers, Crowdsourcers and Platforms?" ab, wobei sie sich insbesondere mit der Übertragbarkeit der Online-Reputation des Crowdworkers zwischen den Plattformen und deren Vor- und Nachteile auseinandersetzte. Zu Beginn des zweiten Teils führte Dominik Leist mit seinem Beitrag "Kollektivverträge für Plattformbeschäftigte" in das Thema zurück, wobei er zunächst verfassungsrechtliche und einfachgesetzliche Regelung zur kollektiven Vereinigung der Crowdworker aufzeigte und des Weiteren die Frage aufwarf inwieweit das europäische Kartellrechtsverbot hierbei eine Rolle spielen kann. Der Workshop wurde von Prof. Dr. Lars Hornuf mit einem Vortrag zum Thema "Crowdsourced Innovation: How Community Managers Affect Crowd Activities" abgeschlossen. Die einzelnen Vorträge wurden jeweils mit einer inhaltlich vertiefenden Diskussion der TeilnehmerInnen beendet.

 

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Impressionen  des Workshops


 

Rückblick